Klimawandel/ Umweltschutz

Material zum gemeinsamen Anliegen der Umwelt- und Friedensbewegung, die Umwelt zu schützen:

Solidaritätsadresse des Essener Friedensforums an die Fridays For Future-Bewegung von Schüler/inne/n, Auszubildenden und Studierenden

Die Gemeinsamkeiten der Friedens- und der Umweltbewegung
Bernhard Trautvetter, Ausführungen auf der Basis einer Rede auf einer Fridays for Future-Demonstration am 28.Juni 2019 in Essen

Die Friedensbewegung und die Umweltbewegung blicken auf eine lange Zeit des Zusammenwirkens zurück. Teilweise war dieses Zusammenwirken ein Wirken für das gleiche Ziel, bei dem jede der beiden Bewegungen ihre eigenen Formen und Aktivitäten formte und entfaltete.
In den 1970er Jahren kamen Zehntausende zu den Demonstrationen gegen Atomkraftwerke und geplante Atommüll-Lagerstätten wie die in Gorleben. Viele Menschen sahen in diesen Anlagen eine Gefahr durch das Risiko eines Unfalls, durch die Strahlenbelastung der Umwelt beim Dauerbetrieb und durch den Jahrhunderttausende lang nachstrahlenden Atommüll, der sich nicht sicher vom Lebensraum auf der Erde hermetisch abgetrennt aufbewahren lässt. Und sie sahen die Gefahr, dass die in Atomkraftwerken wie den schnellen Brütern Nuklearbrennstoff für die Nuklearrüstung anfällt. Ab 1979 wuchs die Friedensbewegung millionenfach an, da sie der Bevölkerung klar machen konnte, dass die am 12.12.1979 von der Nato beschlossene Stationierung von über 500 landgestützten Nuklearraketen die Gefahr des Atomkriegs auf unverantwortliche Weise steigert. So warb die Bewegung für die erste große Friedensdemonstration mit mehreren Hunderttausend im Bonner Hofgarten mit dem Appell “Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen!”


Sind weltweite Umweltgefahren ein Sicherheits- oder ein Friedensthema?

Veröffentlicht in: Österreichisches Studienzentrum für Friedens- und Konfliktforschung, Hrsg., Europa und die Dynamik der globalen Krise. Friedensbericht 2006, Münster 2006, S. 207-226
Knut Krusewitz

1. Worum es geht
Die Geschichte des Kapitalismus im 20. Jahrhundert war trotz – oder wegen – ihrer Weltwirtschaftskrisen, seiner Weltkriege, seines Verlustes von Kolonien sowie ständiger privater und öffentlicher Wertvernichtungen, per Saldo eine Geschichte exponentiellen* Wachstums.(1) In diesem Zeitraum wuchsen die Weltwirtschaft um das 20-fache, der Verbrauch fossiler Brennstoffe um das 30-fache und die industrielle Produktion um das 50-fache.(2) Weil das industrie-kapitalistische System in die Natur eingebunden ist, verlief auch das Wachstum aller für planetarische Umweltgefahren relevanten physischen Größen exponentiell.⃰
Als bedeutsamste Erscheinungsformen dieser Gefahren gelten heute:
1. Klimawandel,
2. stratosphärischer Ozonabbau,
3. Gefährdung der Weltmeere,
4. Verlust biologischer Vielfalt,
5. Entwaldung, Bodendegradation,
6. Erschöpfung der Energie-, Rohstoff- und Süßwasservorräte,
7. Intoxikation der Biosphäre(3) und, so wollen wir hinzufügen,
8. Militarisierung der Biosphäre einschließlich des erdnahen Weltraums(4).

Gesamter Text (27 Seiten)


7. Mai 2010, 21:41 Uhr Sueddeutsche Zeitung

Klima und Frieden Klima als Frage von Krieg und Frieden

Politiker, Wissenschaftler und Militärs befürchten, dass der Klimawandel nicht nur zu ökologischen Katastrophen führt. Er bedroht auch den Frieden und die Sicherheit weltweit.
Von Markus C. Schulte von Drach

Mit dem Wandel des Klimas verändern sich auch die Lebensbedingungen auf unserem Planeten. Wenn die Umweltexperten Recht behalten, wird sich die Lage für große Teile der Menschheit verschlechtern. Angesichts der bereits jetzt vielerorts zu beobachtenden Spannungen entlang politischer, ökonomischer, sozialer, ethnischer oder religiöser Linien befürchten manche Fachleute und Politiker eine Zunahme von gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Einiges spricht dafür. Kriege werden in der Regel aus einfachen Gründen begonnen – unabhängig von allen vordergründigen Rechtfertigungen und Erklärungen: Entweder nimmt eine Gruppe von Menschen das Recht auf etwas in Anspruch, das ihnen verwehrt ist. Das können zum Beispiel natürliche Ressourcen sein, die sich im Besitz einer anderen Gruppe befinden.
Oder aber man sieht sich genötigt, seinen Besitz, seinen Wohlstand, seinen Lebensstil zu verteidigen – auch präventiv.

SZ_Klima_Frieden (3 Seiten)